Münzreinigung: Grundregeln und Wissenswertes

Münzreinigung: Grundregeln und Wissenswertes

Die Reinigung von Münzen ist nicht immer eine einfache Angelegenheit. Gerade als Leihe kann man dabei schnell was falsch machen. Infolgedessen wenn die Sammlermünze einen Schaden nimmt, der nicht mehr Rückgängig gemacht werden kann.  Deswegen sollte man sich ein paar Grundregeln zu Herzen nehmen. Schließlich gilt es den Wert einer Münze zu erhalten.

 

Handbuch zur Münzpflege
Anzeige: Handbuch zur Münzpflege*

Warum überhaupt Münzen reinigen?

Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein. Zum einen kann eine Münze als Bodenfund entdeckt werden. Solche Münzen haben meistens Verkrustungen oder eine dicke Oxidationsschicht. Dennoch muss gerade bei alten Fundmünzen darauf geachtet werden, die Patina nicht zu zerstören. Denn diese charakterisiert nicht nur das Alter der Münze, sondern auch einen Teil dessen Werts.

Aber auch gekaufte Sammlermünzen können mit der Zeit oxidieren. Dies kann z.B. durch falsche Aufbewahrung, in billigen Münzhüllen zu Stande kommen.

Ein anderer Grund zur Reinigung kann Metallfraß sein. Gerade Münzen aus Nicht -Edelmetallen, sind davon stärker betroffen. Solcher Fraß kann letzten Endes das Geldstück bis zur Unkenntlichkeit zersetzten. Da dieser immer wieder neu aufblüht, sollte er Rückstandslos entfernt werden.

Wer daran denkt Münzen einzutauschen oder zu verkaufen, wird diese sicher nicht in einen schlechten Zustand anbieten. Der Grund liegt darin, dass der Zustand einer Münze erheblich dessen Wert bestimmt. Somit würde man sich nämlich nur selbst finanziell beeinträchtigen.

 

Richtige Reinigungsmethode wählen

Einer der wichtigsten Regeln zur Münzreinigung ist es die richte Methode zu wählen. Ist eine Münze verkrustet oder dreckig, so kann als Grundreinigung immer ein Ultraschallbad verwendet werden. Schließlich kann man mit diesem Reinigungsverfahren nicht viel falsch oder kaputt machen.

Schwarz angelaufene Silbermünzen können dagegen effektiv in einem Silberbad gesäubert werden. Trotzdem gibt es mit dieser Methode ein paar Dinge zu beachten. Beispielswese soll es nicht für Zink-, Alu-, oder Eisenmünzen verwendet werden. Genaueres erfahren Sie auf Silbertauchbad.

Münzen Reinigen
Anzeige: Münzen Reinigen*

Des Weiteren gehört Kaisernatron zu einem beliebten Hausmittel, was die Münzreinigung anbelangt. Diese eignet sich gut für angelaufene Silbermünzen.

Dennoch ist Natron zur Reinigung umstritten. Denn es macht die Münze so sauber, dass diese teilweise unnatürlich wirkt. Gerade Münzen aus Silber sind davon betroffen.

Dann gibt es noch die klassische mechanische Reinigung. Diese wird mittels Zahn- und Silberdrahtbürsten, Stichel und anderen Werkzeugen durchgeführt. Auch hier sollte man einen Ratschlag besonders zu Herz nehmen. Der lautet: bei einer Reinigung mittels Bürste, sollte man die Münze oder die Bürste kreisen lassen. Dies gilt gerade für Bürsten aus Metall, wie einer Silberdrahtbürste. Der Grund liegt in den Rillen, die auf der Oberfläche entstehen können. Bürstet man nämlich in ständiger gerader Linie über die Münzoberfläche, wird das sicherlich Spuren hinterlassen.

 

Münzen Reinigen:

Ultraschallbad  Silberbad Zitronensäure Kaisernatron  mechanische Reinigung
Art der Verunreinigung Bodenfunde: Erd- oder Dreckschicht  geeignet geeignet geeignet geeignet geeignet
Verkrustung  geeignet geeignet geeignet geeignet geeignet
Metalfraß geeignet geeignet nicht geeignet geeignet geeignet
Oxidiert geeignet geeignet nicht geeignet geeignet nicht geeignet
Stellenweise angelaufen  geeignet geeignet geeignet geeignet nicht geeigent
Oberfläche Porig  geeignet nicht geeignet nicht geeignet nicht geeigent geeignet
Metall der Münze
Gold  geeignet geeignet geeignet nicht geeignet nicht geeignet
Silber geeignet geeignet geeignet geeignet nicht geeignet
Bronze geeignet nicht geeignet geeignet nicht geeignet geeignet
Kupfer geeignet nicht geeignet geeignet geeignet geeignet
Nickel / Legierung geeignet nicht geeignet geeignet geeignet geeignet
Aluminium  geeignet nicht geeignet nicht geeignet nicht geeignet geeignet
Eisen / Legierung
geeignet nicht geeignet nicht geeignet nicht geeignet geeignet

 

Bevor man die Münze säubert, sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Hat die Münze einen hohen oder niedrigen Gehalt an Edelmetall.
  • Will man hart sitzende Verkrustungen-, durch Oxydation angelaufene Stellen-, oder nur oberflächlichen Dreck reinigen?
  • Handelt es sich um eine historische oder gar antike Münze oder um eine Moderne (nach 1945)?
  • Wie viel Erfahrung habe ich bereits mit dieser Reinigungsmethode?

 

Münzen reinigen, bearbeiten und konservieren*
Anzeige: Münzen reinigen, bearbeiten und konservieren*

Grundregeln zur sachgemäßen Münzreinigung

 

Lieber zu wenig als zu viel

Unabhängig zur Reinigungsmethode gibt es ein paar Grundregeln, die man beachten sollte. An oberster Stelle steht hier: „Weniger ist mehr!“. Man kann nämlich auch Münzen kaputt reinigen. Und somit deren Wert und Erhaltungsgrad stark zum negativen beeinträchtigen. Ein Fehler der hier oft an antiken Münzen oder Bodenfunden gemacht wird. Schließlich soll eine alte Münze auch alt aussehen.

 

Nicht verschiedene Metalle  gleichzeitig Reinigen

Eine weitere Regel lautet, nicht verschiedene Münzmetalle (LINK) miteinander säubern. Der Grund liegt darin, dass unterschiedliche Materialien und Legierungen miteinander reagieren können. Die Folge könnte z.B. eine Verfärbung der Münze sein. Dies kann gerade in Silber – oder Ultraschallbäder vorkommen.

 

Auf die Handhabung Acht geben

Gerade wenn man erst einmal mit der Münzreinigung angefangen hat, pflegt man gleich mehrere Stücke miteinander. Hier sollte auf eine richtige Handhabung geachtet werden. Das heißt die Münzen nicht wahllos am Tisch aufeinander oder dicht nebeneinander legen. Schließlich können sich diese Gegenseitig zerkratzen oder Beschädigen. Des Weiteren sollte man die Münze richtig anfassen. Das heißt am besten Handschuhe tragen und nicht ins Münzbild greifen. Zusätzlich jede Berührung mit der Oberfläche vermeiden.

 

Keine Patina oder Oberflächen zersören

Würde man beispielsweise von einem bronzenen Sesterz die edle grüne Patina entfernen, so würde kein Numismatiker diese mehr als „Sammelwürdig“ bestimmen. Ferner kann diese nur noch als Belegstück in die Sammlung mit aufgenommen werden. Deswegen gilt es alte Münze nicht Blank zu putzen, Patina zu zerstören oder diese bis zum Katzenglanz aufzupolieren. Aus diesem Grund sollte man sich hinter die Ohren schreiben: Die Münzreinigung muss im Sinne von Pflege und Erhaltung stattfinden.

 

Münzpflege Set Leuchtturm*
Anzeige: Münzpflege Set Leuchtturm*

 

Welchen Einfluss hat das Metall oder Legierung auf die Münzreinigung?

Richtig gelesen. Auch das Metall aus dem die Münze besteht muss berücksichtigt werden. Im Grunde kann man sagen das Edelmetalle viel korrosionsbeständiger sind als Nicht – Edelmetalle.

Aber auch der Reinheitsgrad von Münzen aus Edelmetall spielt eine Rolle. Ein anschauliches Beispiel kann man an Silbermünzen verdeutlichen. Diese wurden im Lauf der Geschichte manchmal mit bessern Silber und manchmal mit schlechteren Silber hergestellt. Demzufolge wurden in schlechte Silbermünzen auch andere Metalle, wie Kupfer beigemischt. Die Folge ist, dass solche Legierungen meistens härter sind. Würde man nun Gute und schlechte Silbermünzen zusammen in einem Beutel aufbewahren, so zerkratzen die Schlechten quasi die Besseren.

Ultraschallbad zur Reinigung von Bodenfunden und Münzen
Anzeige: Ultraschallbad zur Reinigung von Bodenfunden und Münzen*

Was Anfänger zuerst machen sollten

Hat man mit der Münzreinigung noch nicht viel Erfahrung, so sollte man erst einmal mit wertlosen oder kaputten Münzen anfangen. Das können z.B. Kursmünzen sein. Genauso wie welche, die man als Lot recht billig irgendwo erworben hat. Bei solchen Münzen darf man sich dann auch ruhig mal austoben und schauen wo die Grenzen liegen. Nachdem man mit der Reinigungsmethode genug Erfahrung gesammelt hat, kann man langsam ernst machen.




 

Lot römischer Münzen
Lot römischer Münzen

Welche Münzen sollte man nicht reinigen?

Normalerweise erwirbt man Sammlermünzen in einen guten Zustand. Deswegen ist an diesen nichts Großartiges zu machen. Handelt es sich dabei um Sammlermünzen mit „Polierter Platte“ oder „Stempelglanz“, sollte man nicht den Fehler machen, diese unsachgemäß zu reinigen. Benötigen diese Stücke dennoch eine Münzreinigung, so sucht man am besten einen Fachmann auf. Dieser kann beispielsweise ein Münzhändler oder Numismatiker sein. Ebenfalls ist es nicht erstrebenswert Anlagemünzen zu reinigen. Schließlich bestehen zum Ersten diese aus hochwertigen Edelmetallen. Und zweitens liegt deren Preis ausschließlich im Materialwert.

Vor alten Goldmünzen ist als Anfänger generell die Finger lassen. Da Gold ein sehr weiches Metall ist, kann man es schnell zerkratzen oder beschädigen.

 

Fazit

Da man als Münzsammler danach streben sollte, seine Stücke in einen anschlichen Zustand zu bewahren, kommt man um das Thema Münzreinigung nicht vorbei. Auf keinen Fall sollte man sich aber von diesen Regeln verunsichert fühlen! Am besten fängt man klein an und steigert sich danach immer weiter. Kurzum heißt das: Je mehr Münzen man schon gereinigt hat, desto eher kann man sich trauen, hochwertige Münzen zu säubern.