Der Batzen

Der Batzen

Der Batzen ist eine historische Währung, meistens in Form einer Silbermünze, die ihre Wurzeln im schönen Schweizer Bern hat. Als Zwischenwährung diente das Geldstück dafür, die immer größer werdende Nachfrage nach einer gültigen Handelswährung zu stillen. So wechselte  der Batzen schließlich durch den weitläufigen Handel erfolgreich viele Landesgrenzen und ließ sich ohne weiteres und mit guten Gewissen gegen kleinere regionale Münzen hinter den Grenzen eintauschen. Sein Ende fand der Batzen nach knapp 360 Jahren in der Mitte des 19 Jahrhunderts.


Inhaltsverzeichnis

Geschichtliches zum Batzen: Die Einführung

1 Batzen 1826 Schweiz Kanton Bern
1 Batzen 1826 Schweiz Kanton Bern

Während im Jahr 1492 Christopher Kolumbus Amerika entdeckte, wurde zur gleichen Zeit zwischen den Schweizer Alpen im mittelalterlichen Städtchen Bern das erste mal der Batzen geprägt. Dabei lag der Grund für ein neues Münznominal hauptsächlich darin, eine Zwischenwährung einzuführen. Diese sollte den Handel zwischen den früheren Königreichen wie Franken, Bayern, Elsass oder Oberitalien erheblich erleichtern. Des Weiteren ist zur damaligen Zeit der Groschen in deutschsprachigen Ländern recht knapp geworden, was wahrscheinlich zusätzlich einen weiteren Anlass für die Geburt des Batzens lieferte.

Der Batzen im 16 Jahrhundert

In der Geschichte des Batzens erlebte dieser nicht nur goldene Zeiten, so stand dieser auch immer wieder auf der Kippe. Nämlich wurde er Jahre 1559 durch die Reichsmünzordnung in gewissen Ländern erstmals verboten. Dennoch blieb er in fränkischen Gefilden als Bezeichnung noch weiter in Gebrauch. Wohingegen er in seinem Vaterland der Schweiz weiterhin unangefochten als Zahlungsmittel herrschte.

Der Grund für sein Verbot lag in der Kipper- und Wipperzeit, in der vermehrt immer mehr Münzen gefälscht und zudem aus immer schlechteren Materialen hergestellt wurden. Diese ließ nämlich das Vertrauen und die Stabilität der Währung immer weiter sinken und anzweifeln.

Der Halbbatzen

Der Halbbatzen wurde als Landmünze, von gewissen Münzstätten, hinsichtlich des Verbots durch die Reichsmünzordnung hergestellt. Dabei wurde dieser gewissermaßen als Schlupfloch genutzt, um die Auflagen der Reichsmünzordnung zu umgehen. Allerdings bekam der Halbbatzen dadurch einen recht geringen Status einer Kippermünze zugeordnet. Wofür er letzten Endes auch als Mitverantwortlicher für weiteren Preisverfall durch Geldentwertung galt.

Christian, 1603-1655. 4 Kreuzer (Batzen) 1630, Nürnberg
Christian, 1603-1655. 4 Kreuzer (Batzen) 1630, Nürnberg

Der Batzen im 17 Jahrhundert

Eine weitere Krise erbebte der Batzen im 17 Jahrhundert. Der Grund dafür lag schlicht daran, dass die Münzmeister damit anfingen das Geldstück aus Billon zu prägen. Billon ist eine Legierung mit Bestandteilen aus Kupfer und Silber. Wobei auch des Öfteren noch andere „billige Metalle“ wie Zink oder Zinn dazu gemischt wurden. Dieser Umstand wertete den Batzen jedenfalls erheblich ab, was zu Folge hatte, dass dieser mit den Scheidemünzen gleichgestellt wurde.

Das Ende des Batzens

Zunächst wurde der Batzen bei der Etablierung des „Schweizer Frankens“ mit integriert. Als jedoch dieser wieder abgeschafft wurde fand man ihn nur noch recht selten als Zahlungsmittel.

Letzen Endes erlebte der Batzen im Jahre 1850 endgültig seinen Todesstoß. Dafür waren die Hoheiten der helvetischen Republik verantwortlich, die sich darauf einigten als weitere Einheitswährung den „neuen Schweizer Franken“ einzuführen und somit dieses Zahlungsmittel komplett abschaffen. Der damalige Wechselkurs änderte sich zudem rapide und so hat man im Jahr der Abschaffung für sieben Batzen gerade mal noch einen Schweizer Franken eintauschen können.

Aus welchem Metall bestand der Batzen?

Zu seinen Anfangszeiten bestand der Batzen aus hochwertigem Silber. Allerdings unterlag er schon damals einer schleichenden Inflation. Wodurch im Unkehrschluss sein Feingehalt immer weiter abnahm. Letztlich wurde dieser, wie bereits erwähnt, im 17 Jahrhundert aus der Legierung Billon hergestellt. Im laufe der Zeit wurden zudem auch andere Münzmetalle wie Kupfer oder Zink dazugemischt.

Merkmale 1 Batzen  
GrößeØ ca. 24 – 27mm
Dicke    ca.  0,8 – 1mm  
Gewicht  ca.         2,3 – 3 Gramm  
Seltener Batzen (4 Kreuzer Stück) von Peter Phillip von Dernbach. Stempelglanz –
Schätzpreis ca. 200€

Welche Kaufkraft hatte ein Batzen?

Eine sehr interessante Frage stellt sich, wenn man wissen will welche Kaufkraft dieses Nominal besaß. Um die Frage allerdings richtig zu beantworten, muss immer der zeitliche Kontext mit in Betracht gezogen werden. So sind zwar Preise und Werte alter Währungen gut dokumentiert, doch konnten sich diese durch Inflation und Krisen im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte immer wieder ändern.

Deswegen soll die nachfolgende Tabelle eine bestmögliche Übersicht darüber verschaffen, was dieses Geldstück in den verschieden Jahrhunderten für eine Kaufkraft besaß:

Der Batzen - Tabelle Kaufkraft

Was kostet einen Sammler heutzutage „1 Batzen“ und was sind diese Münzen ungefähr wert?

Da ein Batzen eine recht geläufige Münze war und demzufolge viele im Umlauf waren, ist dieser auch heutzutage preislich im niedrigeren Bereich angesiedelt. Die etwas häufiger geprägten Stücke, kann man bei diversen Händlern, schon für ca. 40 bis 75€ in einen äußerst sammelwerten Zustand erwerben. Dagegen liegen seltene Exemplare in einer Preisspanne von 100 bis 200€. Deswegen sind diese Münzen für Anfänger oder Sammler mit geringerem Budget ein sehr gutes Sammelgebiet im Bereich der historischen Münzen.

Preisspanne  
Häufige Batzen in sehr schöner bis vorzüglicher Erhaltung    ca.      40 – 75€
Seltene Batzen in schöner bis vorzüglicher Erhaltung    ca.     100 – 250€  

Woher stammt der Begriff Batzen?

Über die genaue Wortherkunft eines Batzens gibt es im Grunde genommen zwei Theorien. Eine davon kommt aus Bern, woher schließlich das Geldtstück auch herstammt. Im Wappen der schweizer Stadt findet sich der Bär wieder – somit ist auch dieser das Symbol der Stadt geworden. Folgend dessen lässt sich der Begriff „Bäz“ oder „Batzen“ ableiten. Diese Geschichte über die Wortherkunft ist allerdings ein wenig ins Wanken geraten, obwohl sie einen plausiblen geschichtlichen Kern vorzuweisen hat.

Die etwas neuere These der Namensherkunft trägt im Wortstamm italienische Wurzeln und hätte diesen im normalen Sprachgebrauch auch mehr oder minder einen abwertenden Sinn gegeben. Nämlich findet hier der Begriff Batzen seinen Ursprung in den Synonymen „Stück“, „Klumpen“ oder „Drecksklumpen“ wieder.

Fazit

Somit hatte der Batzen viele Höhen und Tiefen, aber auch selbst wenn der Begriff „Batzen“ von der abwertenden Theorie herstammt, bleibt er dennoch eine sehr interessantes Geldstück. Schließlich hat er in der deutschen und schweizer Münzgeschichte eine wichtige Rolle gespielt.

Letzten Endes erfreuen sich heutzutage viele Münzsammler über die wunderschönen Prägungen des Batzens, gerade aus der Zeit des  15. Und 16 Jahrhunderts, wo dieser seine Blütezeit hatte.

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