Wie kann man Münzen finden?

Wie kann man Münzen finden?

In diesen Beitrag geht es darum, wie man sowohl mit technischen Hilfsmitteln als auch rein optisch z.B. bei einer Feldbegehung Münzen finden kann. Bevor man sich aber auf die Suche macht, möchte ich kurz auf ein paar Dinge Hinweisen:

Bitte den Grundstückseigentümer um Erlaubnis fragen: Damit spart man sich schon mal den größten Ärger. Deswegen wird dieser Punkt auch gleich mit als erstes genannt. Fragen Sie daher bitte immer zuerst den Eigentümer ob dieser auch nichts dagegen hat, dass Sie sich auf seinen Grund auf die Suche nach Münzen machen wollen. Bauern haben in der Regel nichts dagegen, wenn man auf Ihren Äckern ein wenig sondiert, solange dieser nicht frisch angesät ist und man seine Grabungslöcher wieder ordentlich zu macht.

Natur- und Denkmalschutzgesetz einhalten: Schon allein aus respekt- und moralischen Gründen sollte man um Denkmäler, wie z.B. Gräber, Burgen oder alte Siedlungsgebiete einen großen Bogen machen. Dazu kommt der Anlass, dass es ohnehin verboten ist an diesen Orten zu graben. Doch nicht nur Denkmäler stehen unter gesetzlichen Schutz sondern auch die Natur bzw. Naturschutzgebiete. Dort würde der unerlaubte Eingriff in den Boden ebenfalls rechtliche Folgen mit sich ziehen.

Das Fundrecht: Im Paragraf §984 des BGB ist geregelt wie zu verfahren ist, wenn Jemand eine Sache auffindet. Handelt es sich dabei um einen „Schatzfund“, wo also der eigentliche Besitzer nicht mehr nachzuweisen ist, so wird dies zwischen Finder und Eigentümer noch einmal separat geregelt. Genaueres lesen finden sie in den entsprechenden Zeilen des Bürgerlichen Gesetz Buches nach.

Anmerkung: Sie finden hier keine Rechtsberatung. Jeder ist für sein tun und lassen selbst verantwortlich.


Die Suche mit dem Metalldetektor

Die Suche mit dem Metalldetektor nach verborgenen Schätzen und Münzen könnte spannender nicht sein und garantiert absolutes Abenteuergefühl! Als die ersten Metallsonden kurz nach der Wende frei erhältlich waren, nahm die Anzahl der Schatzsucher auch kontinuierlich zu. Mittlerweile ist das Hobby Sondengehen durch diverse Foren und YouTube schon einem Volkssport nahe gekommen. Doch worin liegt genau der Reiz bei diesem eigentlich außergewöhnlichen Hobby?

Metallsonde*

Zum einen ist es wirklich der Antrieb, irgendwas Wertvolles zu finden. Darunter darf man sich aber nicht immer gleich einen Goldschatz vorstellen. Beispielsweise kann eine antike römische Münze auch schon einen sehr hohen Preis erzielen. Zudem ist der Wert eigentlich relativ, da ihn jeder anders für sich definiert. Deswegen macht es für den ein oder anderen einen noch viel größeren Anreiz aus, der Geschichte auf die Spur zu gehen, an der frischen Luft zu sein und letzten Endes ein tolles Funderlebnis zu haben. Die Gründe für diese Freizeitbeschäftigung sind also sehr vielfältig. Und gerade deswegen löst die Schatzsuche unseren tief sitzenden Jäger und Sammler Instinkt  hervorragend aus. Jeder der sich schon mal auf die Suche gemacht hat, weiß was damit gemeint ist.


Doch wie fängt man mit dem Hobby Sondengehen an?

Zuerst einmal benötigt man natürlich ein wenig Ausrüstung. Als wichtigstes Equipment steht hier natürlich der Metalldetektor im Vordergrund. Solche Metallsonden gibt es in sämtlichen Preiskategorien. Dabei ist es aber nicht ratsam hier am falschen Ende zu sparen. Denn gerade bei solchen kleinen Objekten wie Münzen, spielt eine gute Technik die zentrale Rolle schlechthin.

Ein absolutes Spitzengerät ist hier der XP DEUS*. Dieser liegt jedoch in der oberen Preisklasse von ca. 1500€. Zugegeben ist das für einen Anfänger vielleicht ein wenig zu viel. Dennoch ist es zu empfehlen sich ein Gerät ab Minimum 500€ zu kaufen. Die darunter liegenden Geräte werden nämlich einen auf Dauer nicht viel Freunde bringen, gerade wenn es darum geht Kleinteile wie Münzen zu finden. Neben dem Metalldetektor benötigt man natürlich auch Grabungswerkzeug, ein gutes Schuhwerk und je nach Bedarf ein paar andere Ausrüstungsgegenstände. Dabei sollte man aber auch auf keinen Fall solche Dinge wie Zeckenschuz* vergessen! Schließlich lauert das Ungeziefer gerne im hohen Gras auf ein Opfer, also eigentlich genau da wo man wahrscheinlich auch suchen gehen will.

Ausrüstungsgegenstände die man benötigt wenn man sich auf die Suche mit einen Metalldetektor macht sind:

  • Metallsonde
  • Grabungswerkzeug
  • Stiefel
  • Kleiner Metalldetektor (für die genaue suche im Aushub)
  • Zeckenschutz
  • Fundtasche
  • Rucksack


Wer sich dagegen einen Metalldetektor nicht oder noch nicht leisten kann, für denjenigen bietet sich die kostengünstige Methode des Magnetfischens oder der Feldbegehung an. Die letztere genannte Möglichkeit ist sogar völlig frei von irgendwelchen Kosten oder Anschaffungen. Beide Möglichkeiten werden in diesen Artikel noch genauer beschrieben.




Münzen mit einer Metallsonde finden

Es dürfte wahrscheinlich kaum ein Feld oder Acker auf deutschen Boden geben, auf dem nicht mindestens eine Münze liegt. Und selbst wenn es sich dabei nur um ein vergammeltes Pfennig Stück aus dem 3 Reich handelt. Genau deswegen ist es, gerade als Anfänger ratsam, die Suche mit dem Metalldetektor auf einen Feld zu beginnen. Zum einen geht das graben viel einfacher als im verwurzelten Wald und zum anderen ist die Chance groß, auf dem Feld noch allerhand andere interessante Dinge zu finden. Wie diese dahin kamen und wo man noch überall Münzen finden kann, erfahren sie in dem Artikel „Wo kann man Münzen finden“.


Ist die suche mit dem Metalldetektor erlaubt und an welche Regeln muss man sich halten?

Dennoch sollte nicht unvermerkt bleiben, dass man sich auch an gewisse Regeln und Gesetze halten sollte, wenn man sich als Sondengänger auf die Suche macht. Bitte fragen sie deswegen vorab immer den Grundstückseigentümer, ob dieser auch nichts dagegen hat, dass Sie auf seinen Grund suchen gehen. Des Weiteren muss man sich von Bodendenkmälern und Naturschutzgebieten absolut fern halten!

Hier ist das Graben streng verboten und kann rechtliche Folgen mit sich ziehen. Ansonsten gibt es in den unterschiedlichen Bundesländern auch ein paar unterschiedliche Regelungen, die man beachten sollte. In Bayern z.B. ist die Suche mit der Metallsonde relativ liberal. Empfehlenswert ist es auch sich vorab mit dem Fundrecht auseinander zu setzten. Dieses finden Sie im Bürgerlichen Gesetzbuch BGB §984.




Magnetfischen: Ein Seil und Bergemagnet als Münzangel

Beim Magnetfischen oder auch Magnetangeln genannt, verfolgt man in der Regel ein ähnliches Prinzip wie beim Sondengehen. Nur hat man hier keinen Metalldetektor, mit dem man auf Äcker, Wiesen und in Wälder sucht. Sondern man hat, wie der Name schon sagt, einen starken Magneten der an einen Seil befestigt ist. Mit diesen sucht man dann Flüsse, Bäche oder Seen nach magnetischen Objekten ab.  Der Ein oder Andere wird sich zu Recht nun die Frage stellen: „Ob man mit einen Magneten wirklich Münzen finden kann?“.

Magnetfischen an der Karlsbrücke in Prag mit vielen Münzen


Und leider ist diese Frage durchaus berechtigt, da von einem Magneten auch nur magnetische Münzen angezogen werden. Wer also davon träumt römische Gold- und Silbermünzen aus der Donau oder den Rhein zu ziehen, den muss man leider vorerst enttäuschen. Allerdings bestehen viele neuere Münzen aus Legierungen die einen magnetischen Anteil besitzen. Dadurch ist es kein Problem diese mit einer Magnetangel zu finden.


Oder etwa doch Gold- und Silber?

Magnetfischen Münzen finden
Magnetfischen Münzen finden

Aber trotzdem ist es Letzen Endes nicht 100-prozentig auszuschließen doch noch mit einem Bergemagneten auch teure Bronze-, Silber-, oder Goldmünzen zu finden. Schließlich können sich diese ja auch in einer magnetischen Geldkassette befinden. Und in der Tat wurden durch Magnetfischen auch wirklich schon ganze Tresore an Land gezogen. Viele weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Magnetfischen finden Sie auf der Homepage Magnetfischen.info.



Was ist der beste Magnet und das passende Seil fürs Magnetangeln?

Um auch wirklich erfolgreich beim Magnetfischen zu sein, ist der richtige Magnet absolut von Bedeutung. Hierzu benötigt man einen starken Bergemagnet mit einer Ringöse. Dabei sollte dieser auch eine Haftkraft von mindestens 160kg besitzen. Durch so eine Stärke kann man dann auch sehr gut Münzen angeln, die sich bereits tiefer im Schlamm festgesetzt haben. Dennoch sollte die Haftkraft auch nicht zu hoch gewählt werden, schließlich steigt somit auch die Gefahr, dass dieser dadurch an einem größeren Objekt für immer haften bleibt.

Ebenso ist auch auf das richtige Seil* zu achten. Dieses sollte natürlich eine Höhere Zugfestigkeit besitzen als der Magnet an Haftkraft. Dazu ist es absolut von Vorteil, wenn sich das Seil aus einen schwimmbaren Material befindet. So geht einen nämlich der teurere Bergemagnet nicht gleich im Wasser verloren, Zudem saugt sich das Seil dann auch nicht so sehr mit Wasser voll, was den Transport wesentlich erleichtert.

Der richtige Bergemagnet zum Magnetangeln

Tipps und Tricks beim Magnetangeln

Als weitere Ausrüstungstipps zum Magnetfischen empfiehlt es sich folgendes dabei zu haben:

  • Einen Eimer als Transportmittel für den Magneten.
  • Gummistiefel um auch mal bis zu den Knien ins Wasser steigen zu können.
  • Zecken- und Mückenschutz: Gesundheit geht vor!
  • Eine Spachtel (unmagnetisch!) um den Magneten zu reinigen und Objekte vom Magneten zu lösen.
  • Ein altes Handtuch in dem man dem Bergemagnet einwickeln kann.
  • Schnittfeste Handschuhe: Vorsicht beim Entfernen von Scharfkantigen Objekten vom Magneten, wie verrostete Dosen, Nägel, Schrauben  oder Messer.



Feldbegehung: Was ist das und wie funktioniert das?

Die Feldbegehung ist die wohl einfachste Art, wenn es um die Suche nach alten Münzen oder Objekten geht. Man benötigt nämlich im Endeffekt nichts weiter als einen scharfen Blick und ein Feld. So läuft man wie der Name schon sagt, während einer Feldbegehung über ein Feld und sucht dieses mit bloßem Auge nach Funden auf der Oberfläche ab.

Das Feld bzw. der Acker sollte im Idealfall frisch gepflügt oder zumindest noch nicht bewachsen sein, so dass ein an der Oberfläche liegender Fund gut zu erkennen ist.


Noch besser ist es wenn es die Tage zuvor ordentlich geregnet hat. Schließlich werden  dadurch die an der Oberfläche liegenden Objekte wie alte Scherben, Münze oder Gürtelschnallen frei gewaschen und teilweise vom anhaftenden Dreck befreit. Wodurch so ein Fundstück wiederum besser und schneller auf den Boden zu erkennen ist.

Feldbegehung
Bei einer Feldbegehung gefundene Kleinteile wie Knöpfe, Münzen und alte Scherben

Im Gegensatz dazu sollte man auf keinen Fall auf einen frisch bestellten, also angesäten Acker gehen. Der Landwirt wird dies nämlich nicht so gern sehen, da man dadurch seine Ernte zerstören kann. Zuweilen man den Grundstückseigentümer im vornherein sowieso immer um Erlaubnis fragen sollte. Als Alternative zu Feldern eigenen sich im Übrigen auch recht gut frisch abgetragene Baustellen oder Schuttflächen. Dort gibt es nämlich auch immer etwas zu entdecken.

Die Feldbegehung hört sich zwar nun im ersten Moment recht unspektakulär an, dennoch ist diese auf keinen Fall zu unterschätzen. Der Vorteil einer Feldbegehung im Gegensatz zu der Suche mit einer Magnetangel oder einer Metallsonde ist, dass man dadurch auch nichtmetallische Objekte finden kann! Wie zum Beispiel alte Scherben, Glasperlen oder steinzeitliche Überreste.

Dazu bietet die Feldbegehung den Vorteil an, dass man keine weiteren Anschaffungskosten hat. Man benötigt lediglich gutes Schuhwerk und einen scharfen Blick. Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Allgemeinwissen: Die Feldbegehung gehört nämlich zu den ältesten Prospektionsmethoden überhaupt und wird wahrscheinlich auch alle anderen Methoden bei der Frage „Wie kann man Münzen finden“ noch lange Zeit überdauern.